Ein Dienstverhältnis beenden – das ist oft ein großer Schritt. Aber erst nach der Kündigung musste ein technischer Mitarbeiter aus Mödling feststellen, dass ihm über seine langen Jahre unbezahlte Arbeit auferlegt worden war. Dieser Fall ist ein eindringlicher Weckruf für Unternehmen und HR-Verantwortliche, wie wichtig eine präzise Zeiterfassung ist – sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber.
Der 49-Jährige war regelmäßig auf Montageeinsätzen tätig. Dafür entstanden Anspruchsgrundlagen durch Montagezulagen und zahllose Überstunden, die laut seiner Berechnung nie korrekt erfasst oder vergütet wurden. Als er sich an die Arbeiterkammer wandte, wurde der Umfang des Problems klar: Jahrelang wurden ihm Zulagen vorenthalten.
Die Macht der Dokumentation
Die AK prüfte die Unterlagen und konnte frühere Forderungen geltend machen. Hierbei kam ein großer Teil der offenen Ansprüche zwar nicht mehr durch, da die gesetzlichen Verjährungsfristen verstrichen waren. Doch gerade in dieser Durchsichtung tauchte ein noch wichtigerer Punkt auf: 100 Überstunden waren noch offen und konnten Ansprüche begründen.
Durch die gemeinsame juristische Aufarbeitung gelang es, zunächst nachträglich Montagezulagen der letzten drei Jahre durchzusetzen – ein Betrag von über 1.800 Euro. Hinzu kamen die noch offenen 100 Überstunden.
Am Ende konnte in einem außergerichtlichen Vergleich ein hoher Betrag von weiteren 6.000 Euro vereinbart werden. Insgesamt erhielt der Mitarbeiter nach 13 Jahren mehr als 7.800 Euro aus seiner Arbeit – und das dank der Unterstützung durch die Arbeiterkammer.
Zeiterfassung als Schutzschild
Dieser Fall unterstreicht die extrem wichtige Rolle einer lückenlosen Zeiterfassung. Die AK mahnt: Ansprüche müssen rechtzeitig geltend gemacht werden, da sie ohne lückenlose Dokumentation schnell verfallen können. Für Arbeitnehmer ist es daher entscheidend, die eigene Arbeitszeit genau festzuhalten und auf mögliche Pflichtverletzungen des Arbeitgebers hinzuweisen.
Für Unternehmen bedeutet dies: Wenn Sie Zeitarbeitsdokumentation nicht durchgängig und professionell abbilden, laufen Sie Gefahr von Nachforderungen – egal ob diese berechtigt sind oder nicht. Eine solide Zeiterfassung ist daher keine bürokratische Bürde, sondern eine wichtige Pflicht und ein Schutz vor Fehlern.
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